Mein Name ist DeSade und ich freue mich sehr, dass du dich auf den abenteuerreichen Weg machst, Gitarre spielen zu lernen oder sogar deine Skills zu erweitern. Hier gibt’s erst mal ein paar grundlegende Infos, um dich auf den Stand der „Garage“ zu bringen.

Warum eigentlich Garage? Fast jede Band hat zuerst in der Garage angefangen. Skills aufbauen, Sound finden, sein Instrument kennenlernen. Du siehst. Das ist dein Start. Dieses Buch ist deine persönliche Garage. Hier wirst du Unmengen von Übungen, Skalen, Tonleitern, Plänen und Tipps finden. Falls du das Buch als E-Book erworben hast, ist es ganz wichtig das dus dir auch ausdruckst.

Es ist und bleibt ein Arbeitsbuch, in dem du rumschreiben, notieren und Aufgaben lösen sollst.
Wir beide werde den „Weg des Gitarrenspielers“ gehen und ihn meistern. Alles hier Beschriebene habe ich selbst gemacht und das vor nicht allzu langer Zeit.

Quelle: http://www.pixabay.com

Fangen wir also an !

Hier eine Checkliste, was du auf jeden Fall brauchen wirst und Gitarre spielen zu lernen:

–  Gitarre ( Akustik oder E-Gitarre )

–  Plektren (Pleks)

–  Seitensatz

–  Stimmgerät

–  Klinke-Kabel

–  Verstärker (Amp)

–  Gitarrenwerkzeugset

–  Reinigungsset

–  Stoppuhr

–  Aufnahmegerät (z.b Handy)

Das sind jetzt die Dinge, die wir benötigen, um anzufangen. Es ist ganz wichtig, dass du wirklich alle „Zutaten“ zum Gitarrenspieler hast. Es ist sehr frustrierend, wenn man üben will, aber nicht die Sachen dazu hat. Du bist bereit, aber etwas fehlt. Und schon kippt die Motivation.
Gehen wir kurz auf die einzelnen Zutaten ein.

Die Gitarre:

Das absolute Fundament für das Gitarre spielen. Ohne sie können wir gar nicht erst loslaufen. Dieses Stück Holz wird vielleicht für die nächsten Jahre einer deine besten Gefährten. Was heißt das? Genau. Sie muss fett sein. Ich kann dir echt nur raten, dir wirklich eine gute Gitarre zu kaufen. Du wirst mehr und viel länger Spaß an dem Spielen haben. Meine erste Gitarre hat ca. 99€ mit Verstärker gekostet. Ich hatte damals überhaupt keine Ahnung von Gitarren und wusste auch nicht, wie man einen Ton erzeugt.

Zuhause angekommen, habe ich erst mal eine Woche mit Büchern gelernt und war gar nicht mal schlecht. Kurz darauf besuchte mich ein Freund, der schon seit ca. 40 Jahren Gitarre spielt. Er nahm die Gitarre und nach 20 Sekunden Spielen, sagte er, dass der Hals schief sei. „Kauf dir eine anständige Gitarre, sonst wirst du in 2 Wochen keine Lust mehr haben, und das wars dann !“

Er hatte recht. Jahre später habe ich genau das auch meinen Schülern gesagt. Damals ging ich dann zurück in den Laden und gab die Gitarre zurück. Ich legte 200€ drauf und kaufte mir meine dunkelrote Ibanez SA Series.
Ich habe sie noch immer und übe regelmäßig auf ihr. Sie war mein Anfang und wird es immer bleiben. Also falls du noch keine Gitarre hast,

kauf dir etwas das hochwertiger ist und ich verspreche dir, dass alleine schon der Anblick Lust aufs Spielen machen wird.

Plektren: 

Das sind die kleinen Euro-großen Plättchen, mit denen man auf die Gitarre haut. Hier gibt es eine allgemeine Formel: Geh in deinen Musikladen und kaufe für 5 bis 10 € alle Plektren die du bekommen kannst. Jede Größe und Stärke. Probiere bei den späteren Übungen alle aus. Nur so findest du „deine“ Stärke. Ab da wirst du nur noch diese Pleks spielen und lieben. Und hüte dich vor den Plekgoblins. Das sind kleine Viecher, die auf geheimnisvolle Weise Pleks verschwinden lassen. Man findet sie selten wieder.

Seitensatz: 

Welche Saiten du benutzt, hängt davon ab, was du spielen willst. Doch auch hier gilt die Regel. Kauf lieber Saiten für 6€ als für 2€. Der Klang und die Bespielbarkeit werden viel besser sein. Außerdem halten sie sehr viel länger und die Investition lohnt sich. Ich habe mir mal schwarze Saiten für 13€ pro Satz gekauft. Mit der richtigen Pflege, auf die wir noch kommen, hielten sie 1 1⁄2 Jahre.

Und bis zum Ende waren sie top.
Von der Stärke würde ich zum Standard raten. Also 10 er Saiten.
Falls du ein Floyd Rose Tremolosystem hast sind 9 er besser. Und wenn du Downtunings (runtergestimmte Gitarren, meist im Metalbereich) spielen willst, dann 11 er Saiten.

Stimmgerät: 

Um einen richtigen Ton aus der Gitarre rauszubekommen, muss sie natürlich richtig gestimmt sein. Dazu verwenden wir ein Stimmgerät, das uns anzeigt wie, welche Saite gestimmt ist. Der Standard ist ein graues Stimmgerät von Korg. Aber mittlerweile gibt es auch Apps für Smartphones, die sehr gut funktionieren.

Klinke Kabel: 

Diese Kabel wirst du für die Verbindung der Gitarre zum Amp brauchen. Sinnvoll ist hier ein kleiner Satz mit 4 – 5 Kabeln. Falls du übst und es einen Wackler gibt, kannst du gleich das Kabel austauschen und weiterspielen.

Verstärker: 

Bei diesem Thema gibt es immer sehr hitzige Diskussionen. Holt man sich einen billigen Amp oder lieber digital durch den Pc laufen lassen? Also ein wirklich guter Amp kostet seine 300€. Wenn man schon viel in die Gitarre investiert hat, hat man vielleicht nicht das Geld für einen hammer Amp. Leider wird einem die beste Gitarre nix nutzen wenn der Klang, der aus dem Amp kommt nur Brei ist.

Schwere Sache.

Hier habe ich gleich mehrere Tipps für dich. Als erstes ist natürlich klar, wenn du das Geld hast, kauf den geilen Amp. Falls nicht, gibt es verschiedene PC Systeme, wo du einen kleinen Preamp in deinen PC via USB steckst und loszocken kannst. Was ich benutze und auch empfehlen kann ist das POD Studio GX. Man bekommt die Software PODfarm dazu, die viele Effekte, Ampsimulationen und andere Zusätze hat. Auch ein Aufnahmeprogramm ist dabei, das wir auch brauchen werden.

Eine andere Möglichkeit ist der Ampplug von VOX. Das ist ein kleines Gerät, das du in den Eingang der Gitarre steckst. Kopfhörer ran, und schon ist der Sound da. Benutze ich auch fast täglich für meine Übungen.

Gitarrentools: 

Das Gitarrenwerkzeug ist eine sehr wichtige Sache, weil damit viele Dinge, wie z.b Saitenwechseln, Saiteneinstellungen, Schrauben eindrehen, erledigen kann.
Es wird immer wieder passieren das sich etwas löst oder abfällt. Wenn du auf der Gitarre spielst, bilden sich Schwingungen. Da kann sich ganz schnell was lösen. Mir ist es mal bei einem Gig passiert, dass ich mit einer Gitarre gespielt habe und die nächste Nummer mit einer anderen. Als ich wieder zur ersten wechseln wollte, konnte ich nichts in den Input stecken. Er war nicht da. Nur ein Loch. Was war passiert?

Die Schraube hat sich gelöst und der Input ist in die Gitarre reingefallen. So schnell geht das.
Bevor so was passiert, sollte man immer alles festschrauben. Daran hatte ich leider nicht gedacht. Seitdem benutze ich das Cruztoolsset. Da ist alles drin, was man braucht. Von der Zange bis zur Taschenlampe.

Reinigung: 

Sehr stark vernachlässigt dieses Gebiet. Doch es ist so unglaublich wichtig. Durch die Pflege der Saiten halten diese um das 5-Fache länger. Da spart man viel Geld. Auch die Mechanik will gepflegt werden. Gerade an den belasteten Stellen, wie der Saitenhalterung, bildet sich schnell Rost durch den Schweiß. Der Rost schabt an den Saiten, die dann reißen. Also lieber einmal mehr pflegen als dauernd Saiten zu wechseln und irgendwann dann die Mechanik. Und nix sieht fetter aus als eine frisch polierte Gitarre. Vergiss nicht: Es ist „dein“ Schmuckstück.

Stoppuhr: 

Die Übungen in diesem Buch sind nach Zeit gemessen. Du kannst es dir als eine Art „Date“ mit deiner Gitarre vorstellen. Nur du und sie. Ihr macht eine Zeit aus, wann und wie lange. Die Stoppuhr ist da, um die einzelnen Übungen voneinander zu trennen.

Aufnahme: 

Da du ganz sicher blitzschnell Erfolge haben wirst, ist es immer ganz gut, diese zu dokumentieren. Wenn ich mir meine ersten Sessions anhöre, ist das fast schon peinlich. Aber nur so „hört“ man, wie schnell es vorangeht. Dazu kommen auch noch Ideen, die sich aus dem Zufall entwickeln. Bei mir auf dem PC geistern sicher mindestens 200 Memoaufnahmen mit Licks, Riffs oder ganzen Songs. 90% dessen was ich geschrieben habe, kam aus Jams oder sogar während des Übens. Da ist es eigentlich schon ein Vergehen, kein Aufnahmegerät bereit zu haben. Also Memo an uns: Wo die Gitarre ausgepackt wird, ist auch das Aufnahmegerät dabei !

Das sind erstmal die grundlegenden Sachen die wir auf den Weg mitnehmen.

Vergiss nie, dass es viel mehr Spaß macht, eine Sache zu machen, wenn man sich richtig macht. Also von Anfang an gutes Equipement und einen tollen Arbeitsbereich für das Gitarre spielen. Du musst dich jeden Tag darauf freuen, Neues zu lernen und besser zu werden. Wenn du das hast, ist die halbe Miete drin. Alles weitere werde ich dir in diesem Buch mitliefern. All mein Know-how wird dir noch um die Ohren gehauen. Aber natürlich mit Struktur.

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Die Gitarre

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Bevor wir mit dem Rocken anfangen, gibt’s noch eine kleine Einführung in dein neues Werkzeug: die Gitarre. Wie funktioniert sie? Was muss ich beachten? Und wie bekomme ich überhaupt ein Ton raus?? Das sind die Fragen, die es zu klären gilt. Sehen wir uns die Gitarre genauer an.

E-Gitarre und Akustik funktionieren eigentlich genau gleich.
Der Unterschied ist, das die E-Gitarre den Ton durch Strom weitergibt und bei der Akustik-Gitarre wird der Ton durch das Schallloch lauter gemacht.

Bei beiden Gitarren findet die Tonerzeugung dadurch statt, dass man mit einem Finger (linke Hand) auf eine Saite kurz vor dem Bundstäbchen drückt und diese dann mit einem Anspielen (rechte Hand) zum Schwingen bringt. Schon jetzt hört man bei der E-Gitarre einen leisen Ton. Dieser muss natürlich über die Pickups durch den Amp verstärkt werden, damit man das volle Brett hat. Durch die Volumen und Tonregler kann man den Sound noch einmal anpassen.

Wie sieht das nun aus, wenn du einen Ton erzeugen willst ? Du nimmst das Plek zwischen Daumen und Zeigefinger. Nun spielst du die leere Seite an. Jetzt drückst du mit dem Zeigefinger der linken Hand auf den 3-Bund der E-Saite (die ganz dicke). Also kurz vor dem Bundstäbchen. Und schon haben wir einen anderen Ton. Das ist die Magie der Tonerzeugung. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Basicschritt: Die Saiten und ihre Namen.

Es gibt diverse Merksätze für dieses Thema. Benennen wir erstmal die Saiten und basteln dann deinen eigenen Satz. Von oben (dickste Saite) bis unten (dünnste Saite) :

E A D G H(B)e

Und jetzt wird der Satz gebaut. Ich halte nichts von den Standardsätzen, weil ich mir erstmal die merken muss, um die Saiten zu haben. Die erste Aufgabe ist also, einen guten Satz zu finden. Hier ein paar Beispiele, die auf mich bezogen sind.

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–  Ein Anfänger der Gitarre hat es.

–  Essen auf dem Gehweg hat etwas.

–  Eier am Donnerstag gehen heute ein.
Jetzt überleg dir deinen exklusiven Spruch und trage ihn ein.
E__________ A__________ D__________

G__________ H__________ E__________

Jetzt kannst du die Saiten benennen, und wir schauen uns mal an, wie die Gitarre gestimmt wird.

Das Stimmen

Wir nehmen unser Stimmgerät und spielen mal die tiefe E-Saite an und schauen, was passiert. Wenn jetzt ein E mit dem grünen Pünktchen gezeigt wird ist alles richtig. Ansonsten müssen wir sie nachstimmen. Oben an der Mechanik hast du sicher bemerkt, dass man da was drehen kann. Genau das machen wir jetzt.

Spiel die E-Saite an und drehe etwas an der Mechanik und schau, was passiert. Welche Note wird angezeigt? Als kleines Beispiel. Wird dir ein A angezeigt bist du zu tief. Die Mechanik muss (wenn die Saiten richtig raufgemacht wurden) gegen den Uhrzeiger gedreht werden. Jetzt spannst du die Seite an, und das Stimmgerät müsste langsam ein H …. C…. D D#… und endlich das E anzeigen. Wenn die Saite zu hoch klingt. Also z.B ein G angezeigt wird, machst du dasselbe nur im Uhrzeigersinn. Damit entspannst du die Saite.

Das machst du mit allen Saiten, bis du E A D G H e hast. Falls am Ende eine Saite nicht mehr passt, stimm sie nach. Das kann oft passieren, wenn man unten angekommen ist.

Akkorddiagramme
Kommen wir zu einem Teil, der auf deinem Weg immer wieder vorkommen wird. Die Akkorddiagramme. Am Anfang deiner Gitarrenkarriere hast du noch keine Skalen, Akkorde, Tonleitern, Riffs, Licks usw. Keine Sorge! Genau daran arbeiten wir jetzt. Wie liest man nun das ganze?

Erstmal bekommst du das Diagramm, das einen Ausschnitt des Gitarrengriffbretts zeigt.

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Du liest es von links nach rechts. Das heißt, wenn du von oben auf deine Gitarre schaust und die Tiefe E Saite siehst, hast du diese links auf dem Diagramm.

Saiten, die mit einem X gekennzeichnet werden, werden nicht gespielt. Saiten, die mit einem O gekennzeichnet werden, sind Leersaiten.

Über dem Diagramm steht der Akkordname.
Jetzt haben wir noch ne kleine Legende, welcher Buchstabe für welchen Finger steht.

Z= Zeigefinger M= Mittelfinger R= Ringfinger
K= Kleiner Finger D= Daumen

Falls es keine Angabe gibt, welcher Bund gespielt wird, ist es meisten so, dass ganz von oben geschaut wird.

Das war ́s auch schon. Ab geht’s in die Praxis, um etwas die Fingerfertigkeit zu trainieren. Das sind die Basics für das Gitarre spielen.

Probieren wir mal 2 ganz einfache Softversionen von den Akkorden
G – Dur und C – Dur.
Was es mit Dur und Moll auf sich hat, werde ich dir in den kommenden Lektionen zeigen!☺

Leg einfach die Finger so wie auf dem Diagramm rauf und spiel die Saiten an. Achte darauf, möglichst nicht die Saiten mit dem X zu treffen. Gewöhne dich an das Griffbrett und wechsele ein paarmal die Akkorde. Sobald wir ein paar Basics durchhaben, gehen wir auch gleich in das Herzstück dieses Buches: den persönlichen Trainingsplan. Dort werden

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wir zusammen einen hammer Plan machen der auch mit der Zeit variieren wird und immer herausfordernd bleibt.

Hier die Aufgabe für diese Akkorde:

1.Schlag 4 mal den G Akkord an und danach 4-mal den C-Akkord (Mit dem Plek)

2.Jetzt das gleiche aber streiche mit dem Daumen über die Saiten

3.Zupfe mit den Fingern von der obersten bis zur untersten Saite

4.Jetzt nimm wieder das Plek und versuche langsam erst die oberste
Saite, dann die übernächste. Das nennt man String-Skipping.

Und so haben wir auch schon mehrere Techniken gelernt. String- Skipping, Zupfen, den Daumenschlag und auch schon den 4/4- Takt. Aber fangen wir mal an das ganze zu ordnen.

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Gitarre spielen gehts weiter !

(Auszug: Gitarre lernen: Das 6 Wochenprogramm)