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Gitarre spielen lernen: Anschlagsarten

Gitarre spielen lernen: Anschlagsarten

Noch ein paar kleine Übungen zum Thema „Anschlagsarten“, und wir sind bei dem langersehnten Trainingsplan. Doch zuvor brauchen wir noch etwas Training für die Rechte, also die Anschlaghand. Was sind Anschläge? Um das zu beantworten, gehen wir zu einem anderen Instrument rüber.

Dem Schlagzeug. Das Schlagzeug besteht aus vielen verschiedenen Teilen wie Snare, Bassdrum, Hight Hat, Toms und Becken. Diese ganzen Teile tragen zu einem dynamischen und abwechslungsreichen Sound bei. Stell dir vor, der Drummer würde nur die Snare spielen. Etwas mau oder? Genau so geht es uns Gitarristen. Wenn wir immer nur die Seiten gleichmäßig nach unten schrammeln würden, hätten wir kaum Abwechslung.
Also bedienen wir uns der Anschlagarten. Von Up and Down über Palm Mute zum Picking. Das lässt die Gitarre und ihren Sound leben. Sehen wir uns ein paar Standarts an und wie sie gespielt werden.

1.Das absolute Basic ist der Abschlag von oben nach unten. (DIM = In Claphands übertragen) Wir nehmen den Em-Akkord und schlagen alle Seiten von oben an und gehen mit dem Plek nach unten. Das ist der fette Klang aller Seiten.

2.Das Gegenteil ist der Abschlag von unten nach oben. Sehr oft in Musikrichtungen wie Reggae benutzt. Diesmal nehmen wir das D und schlagen es von unten nach oben an. Das gibt uns einen schön hohen Sound.

3.Der Wechselschlag ist die Anschlagart (Anschlagsarten) mit den meisten Variationen. Hier ist der Kreativität kein Ende gesetzt. Nimm den G-Akkord und spiele einen Abschlag von oben nach unten. Wenn du unten angekommen bist, kommst du mit der Hand wieder hoch und nimmst die Seiten von unten nach oben wieder mit. Ganz easy oder? Jetzt verbinden wir den Wechselschlag mit unseren Claphands. Spiele erst mal den Takt immer nur auf die Klicks runter, und wenn du im Groove bist, spiele die „unds“ dazwischen auch mit. Aber die werden von unten angeschlagen.

4.Das Picking ist unsere nächste Anschlagart. Das machen wir mit dem Plek. Greife den C-Akkord und spiele jede Saite einzeln runter. Beginne mit der A-Saite. Wenn du unten angekommen bist, geht’s wieder hoch. Achte darauf, dass jede Saite sauber klingt.

5.Kommen wir zum Zufpen. Das ist eine Klasse für sich. Durch Add Ons, wie den Daumenbass oder andere coole Zupftechniken kannst du die Gitarre wie 3 Gitarren klingen lassen. Aber fangen wir ganz soft an! Greife das Am und Spiele die Noten ab der A.

Seite runter. Benutze den Daumen für die A Saite und danach bekomme jeder Finger seine eigene Saite. Versuch auch, einmal den Basston (A) mit dem Daumen zu zupfen und danach die anderen Töne mehrmals zu spielen, ohne den Basston nochmal anzuschlagen.

6. Der Palm Mute ist in der Rock/Metalmusik gar nicht wegzudenken. Aber auch in verschiedenen anderen Stilen wird diese Technik gern genommen, um Spannung zu erzeugen. Greife das Em und lege den Handballen der rechten Hand auf die hintere Mechanik deiner Gitarre! Jetzt schlag den Akkord an! Es müsste dumpf klingen. Wenn du deine rechte Hand jetzt hin und her bewegst, bekommst du jeweils eine andere Abdämpfstärke. Da kannst du ohne Ende experimentieren.

Das waren erst mal unsere Basicanschläge, mit denen wir arbeiten. Natürlich werden die auch weiter ausgebaut und erweitert. Versuch ein Gefühl für die Techniken zu bekommen und sie auch zu variieren.
Übung: Em D Am G bei 80 BPM Spielen. Jede 2 Runden wechselst du die Anschlagtechnik. Damit es etwas leichter wird gehen wir nach jeder Anschlagtechnik wieder in unseren Basicabschlag rein. Spiele jeweils 2 Runden :
–  Basicabschlag von oben nach unten
–  Palm Mute (Spiele nur die oberen 2 Saiten an)
–  Basicabschlag von oben nach unten
–  Picking mit Plek (pro Klick eine Saite)
–  Basicabschlag von oben nach unten
–  Wechselschlag (auf die „unds“ von unten anschlagen)
–  Basicabschlag von oben nach unten
–  Zupfen (Daumen übernimmt die Basssaite)
–  Basicabschlag von oben nach unten
–  Abschlag von unten (nur die „unds“ werden gespielt)
Jetzt bist du auf einem ganz anderen Level. Es wird Zeit, ein paar neue Akkordwechsel ins Boot zu nehmen. Ziehen wir die Schwierigkeit etwas an!

F H D G

Jetzt kommen die ersten Barreakkorde ins spiel: das F und das B (oder H im Deutschen).

(Für die Anschlagsarten ein sehr geiles Gimmik)

Gehen wir kurz auf diese Hammerakkorde ein, die uns das Leben sehr erleichtern. Sobald man das System Barreakkorde verstanden hat, kann man jeden nur erdenklichen Akkord bauen. Die Ausgangsposition ist für einen F-Barre der Zeigefinger im ersten Bund. Dieser Finger wird über alle Saiten gelegt und wenn du jetzt diese Position anspielst, sollten alle Noten zu hören sein. Es erfordert etwas Kraft, diese Position zu halten. Das heißt üben, üben, üben!!!
Doch hier stelle ich jetzt einen kleinen Helfer vor, der dir das Leben mit Barreakkorden sehr erleichtern könnte. Den Gripmaster. Das ist ein kleines Gerät, mit dem du deine Fingermuskulatur stärken kannst. Eigentlich erklärt sich das Gerät von selbst. Du nimmst es in die linke Hand und drückst bis die Finger zu Hulk werden.

Gleich zu Thomann Musikhaus und Gripmaster eingeben!☺

Falls du noch immer Probleme haben solltest mit den Barres, werden dir ganz sicher die Übungen im Hauptteil des Buches helfen. Danach werden deine Finger stark wie ein Bär und flink wie ein Wiesel sein.
Bauen wir unseren F Akkord weiter aus.
Der Zeigefinger ist komplett über dem 1 Bund „zugetackert“ und jetzt werden wir die anderen Finger belegen. Genau so wie auf der Abbildung. Falls es am Anfang nicht klingt, wie es soll, mach dir keine Sorgen. Das ist nur Übungssache. Versuch auch hier alle Anschlagformen, die wir hatten, durchzugehen und achte beim Zupfen und Picking darauf, dass es schön sauber klingt.
Hier ein Abstecher zu etwas Theorie, bezüglich der Barreakkorde.
Die Gute Nachricht, die ich schon erwähnt habe. Wenn du das System Barreakkorde verstehst, kannst du dir erst mal ganz locker alle Akkorde zusammenbauen.
Besonders die Standardakkorde Moll und Dur lassen sich ganz einfach bauen. Und jetzt werden wir zusammen dieses Geheimnis lüften.
Wie immer, müssen wir dazu etwas weiter ausholen. Uns fehlt noch eine kleine Vorkenntnis:
die Noten auf der E und A Saite der Gitarre.
Noten der Gitarrensaite

Wir fangen mit der E Saite an und sehen uns die Grundakkorde an. Auch wenn es dir schwer fällt, dir die Noten zu merken. Kein Problem. Lass dem Ganzen 2 – 3 Wochen, und du hast es drauf.

E Saite Noten: E F —- G—- A —– B (H) C —– D —– E

Ab dem E auf dem 12. Bund fängt das Ganze von vorne an. Dies sind nur die Standardnoten der C-Dur-Tonleiter. Sobald das alles sitzt, werden wir uns den Halbtönen und der ganzen Tonleiter widmen. Auch werde ich dir sehr coole Methoden zeigen, alle Noten auf der Kompletten Gitarre zu lernen. Ab dann bist du nur noch einen Schritt entfernt, ein Guitarhero zu werden.
Du hast jetzt einen kompletten Überblick. Versuch zuerst die Noten auf der E und A Saite zu lernen. Nicht alle auf einmal! Das brauchen wir im Moment nicht. Diese 2 Saiten sind ausreichend um alle Dur und Mollakkorde zu bauen. Und damit können wir dann 99% Popsongs spielen, die es auf der Welt gibt.
Jetzt kommen wir zum Barresystem. Wir haben jeweils 2 Akkordgriffe für beide Saiten. E-Saite und A-Saite. Einmal in Dur und einmal in Moll. Sobald du die 4 Muster im Kopf und in den Fingern hast, brauchst du nur noch den Grundton suchen. (Deswegen auch die Noten auf den Saiten E und A lernen) Griff anwenden, und schon ist der Akkord da. So sehen die Griffbilder aus.
Der tiefste Ton ist immer der Grundton.
Dazu gibt es natürlich auch eine kleine Übung:
Spiele folgende Akkorde als Barre: Am D Cm E 4/4 Takt und 80 BPM! Natürlich wieder mit verschiedenen Anschlagtechniken.
(Tipp: Wenn man Am schreibt, ist es Moll. Wenn nur der Buchstabe steht, wie z.b E, ist es ein Durakkord.)
Jetzt versuchen wir das ganze etwas dynamischer zu gestalten. Die Akkorde Em G D Cm 4/4 Takt und 85 BPM
Die Aufgabe ist es jetzt, die Akkorde so zu spielen, dass du beim Abschlag die 2 Basssaiten (E und A) spielst, und wenn du wieder hochkommst, spielst du die unteren drei Saiten. (E H G)
Das bringt eine Tiefe in die Akkorde, und es klingt nicht nur nach Geschrammel. Wichtig ist, dass alles Schön klar klingt. Falls es zu schnell ist, dreh das Metronom ein wenig runter. Sobald du bei der Zielgeschwindigkeit angekommen bist, erhöhe sie um 5 BPM. Es ist eine kleine Erhöhung, doch du wirst sehen, dass es gar nicht so leicht ist.
Jetzt sind wir so gut wie bei den Masterübungen. Dieses Kapitel kannst du erst mal überspringen und zu den Übungen gehen, oder du gibst dir die volle Dröhnung und klapperst alles von Anfang bis zum Ende durch.

Anschlagsarten at its Best

(Auszug: Gitarre lernen: Das 6 Wochenprogramm)

Gitarre spielen lernen: Rhythmus mit Zettelwirtschaft

Gitarre spielen lernen: Rhythmus mit Zettelwirtschaft

Erst mal gibt es vor der eigentlichen Übung eine Vorübung.
Mach sofort deinen MP3-Player an oder das Radio!
Hör den Beat an und fang an, alle 4 Klicks des Taktes zu klatschen.
Beweg deinen Körper dabei! Fühle den Beat und den Rhythmus !

Ab heute hast du die lebenslange Aufgabe, wenigstens im Kopf mitzugrooven, wenn du Musik hörst.
Wenn der ganze Körper mitwippt, ist es umso besser. Hier eine kleine Liste an Songs die unglaublich
grooven und zu denen du ganz gut klatschen kannst.

 


Beat it – Micheal Jackson

Last Resort – Papa Roach

Sexmachine – James Brown

Supermassive Black Hole – Muse

Numb – Linkin Park

Deep Inside – Incubus

Jetzt bist du bereit, weiter in die geheimnisvolle Welt des Grooves einzutauchen. Sicher ist es dir schon mal aufgefallen, dass einige Songs mehr zum Tanzen anregen als andere. Das liegt oft am Groove. Wir werden jetzt mal unseren 4/4 Takt noch mehr aufbrechen und am Ende auf die Gitarre übertragen.

Zuvor schauen wir uns nochmal den 4/4-Takt an.

1 2 3 4 Das ist einTakt = 4 mal klatschen! 1 u 2 u 3 u 4 u Das ist der erweiterte Takt.

Also zwischen den Klicks klatschen. Jetzt haben wir die Mikrotime eingefügt. So haben wir viel mehr Möglichkeiten, groovetechnisch zu arbeiten.

Übung 1: 

Metronom anmachen und auf 80 BPM Stellen. Jetzt zähl laut jeden Klick mit!
1 2 3 4. Vier Wiederholungen reichen. Sobald du eingegrooved bist, also dein ganzer Körper mit dem Metrum, fang an zwischen den Klicks die „unds“ mitzusprechen „1 und 2 und 3 und 4 und“. Jetzt wieder zurück zu 1 2 3 4.

Mach das ein paar Mal, bis es richtig schön sitzt.

Übung 2: 

Mach das gleich, aber jetzt mit dem Klatschen! Erstmal wieder nur die Klicks und, nachdem du drin bist, die „unds“ mitklatschen. Falls das Metronom zu schnell ist, kannst du es auch auf 70 oder 60 BPM stellen.

Glückwunsch!!!! Du hast die erste Stufe der GUITARNERD-Grooveschule gemeistert. Ab jetzt wird’s richtig interessant. Wir fangen mit den Claphands an.

Claphands – Rhythmus

Das System des Claphands – Rhythmus ist sehr einfach. Hierzu gibt es auch massig an fetten Übungen für dich. Dem Grooven steht nichts mehr im Weg. (Guitarnerd Tipp: Bust a Groove auf der PSX)

Das System ist ziemlich einfach. Ich gebe dir einen Zettel mit einem Taktlauf.

1u2u3u4u

Da drunter kennzeichne ich die Klatscher als X ein. Das heißt, dass du erst mal laut den Takt mitzählst und alles, was mit einem X markiert ist, klatscht.
Wir fangen erst mal mit der Beginnersclass an. Im Verlauf des Buches wirst du immer mehr bekommen bis zur Masterclass. Sobald du alle Übungen der Masterclass locker aus dem Ärmel schüttelst, gibt es keinen mehr, der dir was in Sachen Groove vormacht.

Los geht’s: Hier die Erste Übungsserie!
(Lockere Übungen zum Reinkommen. Mit 60 BPM anfangen!)

Jetzt ziehen wir die Verbindung zwischen deinen Klatschern und der Gitarre. Die ganzen Übungen, die du geklatsch hast, kannst du auf die Gitarre übertragen. Genial, oder? Somit hast du schon mal ́ne kleine aber respektable Ansammlung von coolen Grooves. Die bauen wir natürlich noch weiter aus. Mit diesem Wissen gehen wir jetzt rüber zum Thema Anschlagsarten.

Mit den gelernten Übungen kannst du ganz leicht den Rhythmus in dein Akkordspiel einfügen.

(Auszug: Gitarre lernen: Das 6 Wochenprogramm)